Die 6-Jahres-Krise: Kinder im Gefühlschaos

Puh! Geschafft. Wir haben das „Trotzalter“ überlebt.
Hier ein blauer Fleck, dort ne kleine Schramme; aber hey, was solls… bisschen Schwund ist schließlich immer.

Wie jetzt? Du dachtest, die Autonomiephase (Trotzphase) ist schon nervenaufreibend und stressig? Boah, ich will dir jetzt echt keine Angst machen – aber die Wackelzahnpubertät ist das nächste Level. Dein Kind bekommt ein Upgrade und hin und wieder ruckelt es noch ganz schön im System…

Heute erzähle ich dir, was kurz vor dem sechsten Geburtstag bei uns passierte.
Der erste Wackelzahn! Donnerwetter war das ein Hallo. Gleichzeitig machte er uns zu Mitgliedern in einem mir bis dahin völlig unbekannten Club. Der 6-Jahres-Krise.

Noch nie gehört? Herzlichen Glückwunsch.
Oder rinnt dir gerade kalter Angstschweiß über die Stirn und deine Hände fangen unkontrolliert an zu zittern? Dann – Willkommen im Club Schwester.

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6-Jahres-Krise ebenfalls bekannt unter:
Wackelzahnpubertät, Milchzahnpubertät, kleine Pubertät, Vorschulpubertät und Zahnlückenpubertät.

Meine Liebe, kein Grund zur Panik; du kannst aufatmen und dich ganz bequem aufs Sofa fläzen.
Denn ich habe gute Nachrichten für dich: Es geht vorbei; ehrlich.

In der Regel hast du innerhalb der kommenden 3 Jahre auch diese Phase schwuppdiwupp überstanden.

Bitte freu dich also auf den ersten Wackelzahn. Zünde die Konfettikanone, bastelt zusammen ein kleines Schächtelchen und pürier schon mal das Essen.

Doch nicht immer gibt ein Wackelzahn auch tatsächlich den Startschuss zu dieser neuen Ära. Ab dem fünften Lebensjahr kannst du dich aber schon mal mental darauf vorbereiten.

Was ist die 6-Jahres-Krise überhaupt?
Ein Entwicklungsschub und wichtiger Schritt vom Kleinkind zum Schulkind.
(Höchste Zeit, deine Meilenstein-Karten wieder auszugraben).

Während der Wackelzahnpubertät wird der Körper und das Gefühlsleben deines Kindes so richtig durchgewirbelt und auf den Kopf gestellt.

Endlich macht der Spruch: „Wackeln die Zähne, wackeln die Wände – äh, ich meine Seele“ Sinn.

Was sich genau ändert, fragst du?
Nun, … es wird diskutiert. Über einfach alles. Stundenlang. Und NEIN gesagt.

  • Nein zum Zimmer aufräumen.
  • Nein zum grünen Shirt.
  • Nein zu den Hausaufgaben.
  • Nein. Nein. Und noch mal Nein.

 

Da war das auf den Boden schmeißen und brüllen im Supermarkt ehrlich gesagt einfacher.
Denn dieses Nein wird mit Tränen, Wutanfällen und Türen zudonnern so richtig ze-le-briert.

Wichtig: Leg nicht alles auf die Goldwaage!

Kommen wir zu den Gefühlsausbrüchen.
Ich erinner mich noch an den Ersten, als ob es gestern gewesen ist.
Fassungslos stand ich in der Küche und mir klappte die Kinnlade runter. Ein Wutanfall (und was für einer), weil ICH das Glas aus dem Schrank holte und nicht er. Und dann auch noch die falsche Farbe. Stell dir das vor … GELB STATT GRÜN! Da kann man schon mal ausrasten.

Auch sonst bin ich immer häufiger die blödeste Mama auf der Welt. Ach was sag ich – im ganzen Universum. Aber schon im nächsten Atemzug klettert er zum Kuscheln auf meinen Schoß.

Das ist aber noch lange nicht alles.
Mit diesen weiteren Symptomen kannst du rechnen.

Typische Syptome:

  • Der Körper deines Schatzes verändert sich, verliert die typische Kleinkindform und es zeichnen sich mehr Muckis ab. Ist dein Kind plötzlich „tollpatschiger“, stößt sich häufiger oder stolpert vermehrt und macht sich lang?

    Das liegt an den veränderten Körperproportionen, diese werden gerade erst wieder frisch justiert und koordiniert.

  • Zeit zum Shoppen: Es sind neue Schuhe und Kleidungen fällig. Dein Kind bekommt einen ordentlichen Wachstumsschub.

  • Dein kleiner Wirbelwind ist non-stop in Action und hat unerschöpfliche Energiereserven. (Wenn ich nur 40 % davon hätte, wär ich schon happy).

  • Der Kiefer wächst und die Gesichtszüge verändern sich.

  • Ängste und Albträume versemmeln einem nun manche Nacht. In dem kleinen Köpfchen muss gerade sehr viel verarbeitet werden. Der vertraute Kindergarten ist Geschichte und das neue Abenteuer Schule noch nicht richtig greifbar.

    Selbst wenn es sich darauf freut, hat es bestimmt schon mal „vom Ernst des Lebens gehört“, vom Stillsitzen, leise sein, zuhören müssen, Hausaufgaben machen, …

    Uff, ganz schön viel für angehende ErstklässlerInnen. Wunder dich also nicht, wenn du häufiger die Betten frisch beziehen musst, weil dein Kind wieder einnässt.

  • Die Stimmung kann schnell kippen, die Gefühle spielen verrückt und fahren Achterbahn. Sie zu kontrollieren fällt den meisten noch schwer.
    6 – Jährige können nun mehrere Emotionen gleichzeitig empfinden und sind in der Lage, komplexere Zusammenhänge zu verstehen.

  • Erfüllen sich die Bedürfnisse unserer Süßen nicht sofort (und ich meine SOFORT), ist der nächste Wutausbruch vorprogrammiert. Diese stehen jetzt, begleitet von Weinattacken, fast täglich auf der Matte.

  • Redest du öfter gegen eine Wand? Also noch häufiger als sonst? Tja, nicht nur, dass dein Kind dir nicht zuhört, es hört gar nicht mehr auf dich. Es ist ihm schnurzpiepegal, was DU sagst. Denn es entwickelt einen eigenen Willen, wird immer selbstbewusster und selbstständiger. Schleudert dir freche und provokante Antworten entgegen und ist am bruddeln, mosern und motzen.

Achtung: tapp jetzt nicht selbst in die Meckerfalle, auch wenn die Versuchung groß ist.

  • Dein Kind ist mit der ganzen Situation überfordert. Sucht bei dir häufig nach Schutz und braucht deine Nähe.

  • Last but not least: Der Namensgeber – die Wackelzähne. Wie haben wir die Milchzähne gehegt und gepflegt, … nun gehen in dieser Zeit im Schnitt 8 Zähne flöten. Dafür kommen aber 4 Backenzähne.

Ist dein Kind hochsensibel?
Wird es das alles wahrscheinlich noch intensiver wahrnehmen. Hochsensible sind leichter zu stressen und haben stärker mit Druck zu kämpfen.

Ich möchte dir mit diesem Artikel aber auf keinen Fall Angst einjagen. (Ansonsten kann ich dir eine super Bachblüten-Mischung empfehlen).

Deshalb bekommst du jetzt von mir noch 5 einfache Tipps, wie du mit der ganzen Situation umgehen kannst.

Tipp #1 Klare Regeln und Routinen geben Halt

Du hast bestimmt schon mal gehört, wie wichtig ein geregelter Tagesablauf ist.

  • Gib deinem Kind eine klare Struktur, etwas, woran es sich orientieren kann.
  • Und bitte stopf euren Terminkalender nicht zu voll.
  • Vereinbart einfache Regeln, die wenig Verhandlungsspielraum lassen und überdenke bei der Gelegenheit gleich alle Vorhandenen. Sind sie noch altersgerecht?

Tipp #2 Hab Verständnis und ein offenes Ohr

Diese Gefühlsachterbahn gehört dazu. Sei verständnisvoll und atme (immer länger aus- als ein), sonst lässt du dich womöglich ruckizucki von der schlechten Laune anstecken.

Nimm die Probleme und Ängste deines Kindes ernst und sei für es da. Es geht nicht immer darum, eine Lösung zu finden. Oft reicht es schon zuzuhören.

Tipp #3 Ein Mantra für dich: "Mein Kind meint nicht mich persönlich."

Es ist aber auch frustrierend. Dein Kind möchte so viel wie möglich (also alles) selbst machen und alleine entscheiden. Aber ist noch oft auf die Hilfe von Mama und Papa angewiesen.
Das ist schwer auszuhalten und sie lernen den Umgang mit der überschäumenden Wut erst noch.

Wichtig:

Selbst wenn dich dein Kind vor 5 Minuten zur „Blödesten-Mama“ kürte (und am liebsten sofort zu Pauls oder Emmas Mama ziehen möchte)nimm es bitte nicht persönlich.

Sieh diesen heftigen Gefühlsausbruch eher als Kompliment an. (Nein, ich bin nicht verrückt, – zumindest nicht verrückter als sonst). Wo sich ein Kind sicher und geborgen fühlt; wo eine feste Bindung und ein starkes Band besteht – nur dort wird es sich trauen, seine Gefühle ungefiltert auszuleben.

Und warum?
Weil es sich zu 134 % darauf verlassen kann, dass DU es IMMER LIEBEN WIRST.

Tipp #4 Durchatmen und Ruhe bewahren

Leichter gesagt als getan (ich weiß). Dein Kind muss sich erst wieder beruhigen. Davor kommt all dein gut gemeintes Gerede eh nur als endlose Wortmatsche an. Hat es sich komplett abreagiert, könnt ihr in Ruhe darüber sprechen.

Tipp #5 Viele von uns Mamas überfordert die neue Situation

Du bist nicht alleine. Such dir andere Muttis zum Quatschen. Und nein; du hast keinen kleinen Tyrannen oder eine Prinzessin auf der Erbse herangezogen. Das Verhalten deines Kindes ist völlig normal.

Bewahre Ruhe und zeige ganz viel Einfühlungsvermögen. Wolltest du nicht schon lange mal Yoga ausprobieren? Jetzt ist der perfekte Moment für eine Probestunde, und um mit Atem- und Entspannungstechniken so richtig durchzustarten.


Ich hab mir sagen lassen; wenn die Wackelzahnpubertät so richtig heftig war, wird die eigentliche Pubertät ein Klacks.
Na, dann besteht ja noch Hoffnung.

Deine Nicole

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4 Antworten

  1. Hallo liebe Nicole,

    deine Webseite ist so toll und ich liebe deine Art. Ich folge dir schon auf Instagram und bin dir für deine Tipps so dankbar. Auch dieser Blogpost trifft es genau. Du sprichst mir aus der Seele, denn genau so geht es bei uns gerade zu.

    Ich freue mich schon auf weitere Inhalte.

    Liebe Grüße, Susanne

  2. Liebe Nicole,

    dann kann ich ja jetzt gaaanz entspannt der restlichen Zeit entgegenblicken! Fühlt sich so an, als würdest du in unserem Zuhause sitzen und unseren Tag beobachten. Ich werde versuchen, deine Tipps und Tricks anzuwenden und freu mich schon auf deinen nächsten Blogbeitrag!

    Liebe Grüße, Tina

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